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Relevante Veränderungen im Versicherungsmarkt halten wir hier gerne für Sie fest. Noch lieber teilen wir Ihnen diese persönlich mit.

  • 01.09.2017Unfall beim Tauchsport – zahlt die berufliche Unfallversicherung?

    In meinen Ferien am Roten Meer entging ich mit viel Glück einem Unfall beim Tauchen. Wie steht es eigentlich mit dem Versicherungsschutz? Wäre ich durch die berufliche Unfallversicherung bei einem Unfall gedeckt?

    Bei einem Unfall während des Sporttauchens in den Ferien sind Sie durch Ihre UVG-Unfallversicherung nur dann voll gedeckt, wenn Sie nachweisbar alle einschlägigen Regeln des sorgfältigen Tauchens beachtet haben. So ist eine Leistungskürzung oder sogar eine Leistungsverweigerung der Versicherung möglich, wenn Sie einen Tauchgang ohne fachkundige Begleitung, unter Benützung einer ungenügenden oder schlecht unterhaltenen Ausrüstung oder in eine Tiefe von über 40 Metern unternehmen.

    Private Unfallversicherung für Tauchsportrisiken

    Für die Deckung von Unfallfolgen eines privaten Tauchgangs durch die UVG-Unfallversicherung müssen – neben der Einhaltung der erwähnten selbstverständlichen Vorsichtsmassnahmen – auch die Voraussetzungen erfüllt sein, dass das Schadenereignis überhaupt als versicherter Unfall gilt. Ein Dekompressionsschaden zum Beispiel müsste die Folge einer plötzlich auftretenden äusseren Einwirkung sein, wie falsche (oder panische) Reaktion auf einen unvermittelten Sichtverlust wegen aufgewirbeltem Sand oder auf die unerwartete Präsenz eines grossen Raubfisches. Wegen der limitierten Deckung von Folgen eines Unfalls beim Sporttauchen in der Freizeit durch die obligatorische berufliche Unfallversicherung empfiehlt es sich, den Versicherungsschutz durch den Abschluss einer privaten Unfallversicherung zu ergänzen, die den speziellen Risiken des Tauchsports so weit wie möglich Rechnung trägt.

  • 01.08.2017Neue Solarstromanlage für unser Haus – wie versichern?

    Wir lassen auf unserem Haus eine Photovoltaikanlage installieren. Worauf müssen wir achten, wenn wir die damit zusammenhängenden finanziellen Risiken im Schadenfall umfassend absichern möchten?

    Die meisten kantonalen und privaten Gebäudeversicherer übernehmen Brand- oder Elementarschäden an Solarstromanlagen, sofern diese am Gebäude montiert sind und primär der Selbstversorgung dienen. Um Probleme zu vermeiden, ist in jedem Fall die Gebäudeversicherungssumme angemessen zu erhöhen. Anlagen, die vorwiegend Strom zum Verkauf produzieren und solche, die unabhängig von Gebäuden aufgebaut werden, sind über eine separate Versicherung abzudecken.

    Umfassender Versicherungsschutz sinnvoll

    Privatversicherer bieten umfassende Versicherungslösungen an. Diese Deckungen können deutlich weiter gehen als die herkömmliche Sachversicherung. So werden sogar die Montagerisiken abgedeckt und viele andere, plötzlich auftretenden Beschädigungen versichert. Zudem besteht die Möglichkeit, Ertragsausfälle und Mehrkosten abzudecken, wenn eine Anlage nach einem versicherten Schaden einmal weniger oder gar keinen Strom mehr produziert. Vor allem dort, wo grosse Solarstromanlagen für den Stromverkauf in Betrieb genommen werden, muss unter Umständen auch der Deckungsumfang der Haftpflichtversicherung überprüft und angepasst werden. Sprechen Sie mit Ihrem Versicherungsberater.

  • 01.07.2017Kopfsprung ins trübe Wasser – wie bin ich unfallversichert?

    Meine Kollegen und ich grillieren oft am Fluss. Zur Abkühlung bietet sich zwischendurch ein Sprung ins fliessende Wasser an. Ist dies eine «Risikosportart»? Wie steht es mit der Unfallversicherung?

    Bei besonders riskanten Sportarten und Hobbies nimmt der «Kick»-Suchende beträchtliche Gefahren in Kauf. Je nach Können des Einzelnen und aktueller örtlicher Situation kann das Risiko unterschiedlich gross sein. Nach einem Unfall werden deshalb der Ablauf und die Begleitumstände des Schadenfalls von den Versicherungen und den gerichtlichen Instanzen besonders sorgfältig geprüft und beurteilt. Es liegt auf der Hand, dass bei riskanten Aktivitäten die Überwälzung der Unfallkosten auf die Allgemeinheit eine Grenze finden muss. So können in der obligatorischen UVG-Unfallversicherung die Geldleistungen um die Hälfte gekürzt und sogar verweigert werden, wenn eine Teilnahme an einem besonders riskanten Vorhaben oder Sport als Wagnis angesehen werden muss. Das Bundesgericht hat beispielsweise entschieden, dass ein Kopfsprung in ein unbekanntes trübes Wasser rechtlich als Wagnis gilt. Ein junger Zürcher, der bei einer solchen Mutprobe eine Tetraplegie erlitten hatte, musste daher die Halbierung der Geldleistungen seiner Unfallversicherung hinnehmen. Laut Gericht hätte der Verunfallte wissen müssen, dass er sich mit dem waghalsigen und leichtsinnigen Sprung einem grossen Risiko aussetzte (Bundesgerichtsurteil vom 4. Dezember 2012 – BGE 138 V 522). Die Liste der von der UVG-Unfallversicherung als Wagnis betrachteten Sportarten und Hobbies wird aufgrund ständig neuer Risikoaktivitäten periodisch ergänzt (vgl. dazu www.svv.ch/sites/default/files/document/file/05-83.pdf).

    Prämienzuschläge oder Risikoausschluss

    Im Antrag für Unfall- und Krankenzusatzversicherungen sowie für Lebensversicherungen wird öfters nach dem Betreiben von Extremsportarten und gefährlichen Hobbies gefragt. Wird dies bejaht, muss allenfalls ein Prämienzuschlag entrichtet werden. Es kann auch sein, dass ein Risiko von der Versicherung völlig ausgeschlossen wird. Vor der Ausübung einer besonders gefährlichen Aktivität empfiehlt es sich daher dringend, bei bereits abgeschlossenen Personenversicherungen abzuklären, ob und wieweit das riskante Vorhaben versichert ist – unter Umständen muss mit einer Prämienerhöhung für die Deckung der zusätzlichen Sonderrisiken gerechnet werden. Ohne diese Rückfrage beim Versicherer besteht für den «Kick»-Suchenden das Risiko, nach einem Unfall ohne genügende Versicherungsdeckung dazustehen.